Die „Manuell-Digitale-Malerei“ verbindet Tradition und Gegenwart

Ich werde immer wieder gefragt, wie denn meine Bilder konkret entstehen. Das kann ich gerne beantworten – mit einer Einschränkung: Meine technischen Tricks werde ich nicht verraten.

Gerne wird ja auf das Handwerkliche verwiesen, das unabdingbar sein soll. Das haben die Meister in den vergangenen Jahrhunderten den jüngeren Malern auch immer gesagt, nur um dann erleben zu müssen, dass sich alles ständig verändert. Heute ist das auch nicht anders. Die Phalanx der „akademischen“ Maler blickt misstrauisch auf die Autodidakten und Seiteneinsteiger aus der Architektur und dem Produktdesign, auf moderne Technik sowieso. Immer die gleiche alte Leier könnte man sagen. Aber Kunst entwickelt sich eben auch in der Auseinandersetzung zwischen alt und neu.

Meine Sujets spielen mit historischen Vorbildern, meine Maltechnik repräsentiert das 21. Jahrhundert. Obwohl ich das als Digitales Malen bezeichne, ist es mehr als das. Ausgangspunkt ist meist ein eigenes Foto, manchmal aber auch eine Zeichnung oder Collage, die ich einscanne. Dann wird das Ganze elektronische bearbeitet – dazu verwende ich bis zu 25 verschiedene Grafik- und Design-Programme. Natürlich „male“ ich dabei auch elektronisch in das Bild hinein. Dieses vielschichtige Überarbeiten bezeichne ich als Transformation, denn ich ändere damit nicht nur Farben und Formen, sondern auch die Aussage.

Anschließend wird das Ergebnis noch beschnitten, um den gewünschten Aus-Schnitt zu haben, und schließlich das endgültige Format festgelegt. Dann wird das Ergebnis auf Leinwand übertragen. Auf diese Leinwand bringe ich nun ganz klassisch mit Pinsel oder Stift oder Kreide von Hand letzte Änderungen auf. Da die geschilderte Methode teilweise sehr arbeitsaufwendig ist, stellt das Bild am Ende auch nach klassischen handwerklichen Vorstellungen ein Unikat dar.